Mit Plan und langem Atem

Höchstädt Lange war er nicht zu sehen. Nur sein Name stand in Blau auf weißem Hintergrund. Erst seit Kurzem lächelt auch Georg Winter von den Plakaten an den Straßenrändern. Ganz bewusst habe die CSU das diesmal so gemacht, erzählt er. Man wollte die Zweitstimmenkandidatin Marlies Fasching mehr in den Mittelpunkt setzen. Zum Endspurt setzt aber auch Georg Winter auf Präsenz.

Trotzdem: „Wahlkampf ja, aber dieses Aufdringliche mag ich nicht. Außerdem kennt man mich ja im Landkreis.“ Er wolle seiner Linie treu bleiben und das tun, was er schon bei seinen politischen Anfängen gemacht habe – „dahingehen, wo die Leute sind.“ In Gesprächen mit Bürgern habe er schon einige Ideen auf den Weg gebracht. „Ich gehe gerne raus und bin nahe am Bürger“, so Winter. Ob ihm dieser Einsatz gedankt wird, zeigt sich am 15. September. Dann werden die Abgeordneten für den Bayerischen Landtag gewählt. Georg Winter stellt sich für die CSU erneut zur Kandidatur und setzt auf 23-jährige Erfahrung.

Familie war ein großer Halt

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Dass er mit dieser Bürgernähe nicht den falschen Weg gehe, sei ihm im vergangenen Jahr deutlich geworden. Nach der Verwandtenaffäre, die auch Georg Winter zwang, sein Amt als Vorsitzender des Ausschusses für Staatshaushalt abzugeben, habe er viel Rückhalt erfahren. „Die vergangenen Monate waren nicht leicht. Meine Familie musste viel aushalten und war mir eine große Stütze“, so Winter. Deshalb wolle er sie künftig so weit wie möglich aus seinem politischen Geschäft raushalten. Auch wenn er rückblickend einiges anders machen würde, so nehme er aus der Affäre auch viel Positives mit. „Der Zuspruch von Bürgern, auch aus anderen politischen Lagern, hat mir sehr viel Kraft gegeben.“ Ein Grund, warum er noch mal kandidiert.

Über den Tellerrand hinaus blicken

Viel größer sei aber die Motivation, die Ziele, die er im Sinn habe, voranzubringen. Dazu zählt der flächendeckende Ausbau des DSL-Netzes ebenso wie der Ausbau der ICE-Strecke Augsburg–Ulm, Sanierungen der Bahnhöfe, die Donautalbahn verbessern sowie eine engere Vernetzung von Bus und Bahn. „Die Wege müssen sich verkürzen, sodass auch unsere Heimat, unsere Region, eine Zukunft für alle sein kann“, so Winter weiter. Deshalb wolle er auch die Arbeitsplätze zu den Menschen bringen und nicht andersherum. Mit der Verlagerung der staatlichen Dienststellen, wie etwa der Finanzkasse München nach Dillingen oder die Polizeiinspektion Dillingen, die zusätzliche Aufgaben für mehr als 20 Arbeitskräfte erhalten hat, sei das schon mehr als gelungen. Zusätzlich wolle Winter für Familien noch mehr Angebote schaffen, wolle auch Senioren Hilfestellungen bieten.

Aber nicht nur seine Heimat sei Winter wichtig. So gerne er in Höchstädt lebe und arbeite, aber den „Blick über den Tellerrand vergesse ich nicht. Dieser ist besonders wichtig“. Wenn man der Region helfen wolle, dann könne man nicht nur in seinem eigenen „Goi“ etwas bewegen. „Es geht mir darum, dass unsere Region Zukunft hat. Dazu dienen die erreichten Verbesserungen beim Ausbau der Infrastruktur. Die neuen Entwicklungschancen künftig zu nutzen, ist entscheidend für unseren Standort.“

Dass man als Politiker dafür oft einen langen Atem brauche, sei ihm durchaus bewusst. Aber das sporne Georg Winter an. „Wer übernimmt noch Verantwortung, wenn man keine Fehler mehr machen darf?“. Genau dieses Risiko wolle er weiter eingehen – für und mit den Bürgern.

Quelle: Simone Bronnhuber, Donau-Zeitung, 7.9.2013