Fahrplanverschlechterungen auf der Donautalbahn

Pendler, Auszubildende und Reisende aus dem Landkreis Dillingen müssen aktuell mit einer Reihe von Verschlechterungen auf der Donautalbahn leben, die sich beim Fahrplanwechsel zum Jahresende ergeben haben. Dies betrifft vor allem die langen Wartezeiten an den Knotenpunkten Günzburg und Donauwörth.

Stimmkreisabgeordneter Georg Winter, der sich seit Jahren für eine gute Bahninfrastruktur und  bessere Verbindungen einsetzt, bestätigt gegenüber der Donau-Zeitung, dass es sich hier um einen echten Rückschlag handelt bei den langjährigen Bemühungen, unsere Region mit den benachbarten Zentren gut zu vernetzen. Der Landkreis Dillingen dürfe dies im Interesse seiner Zukunftsfähigkeit und der Pendler, die hier leben wollen, nicht hinnehmen. Neben den zahlreichen mündlichen Anregungen, die bei Abgeordnetem Winter eingegangen sind, haben Mitbürger schriftlich und detailliert auf den Rückgang guter Verbindungen nach Augsburg, München und den auf der Strecke befindlichen Bahnhöfen hingewiesen. Bürgermeister Jürgen Frank, Blindheim, der ebenfalls nach München pendelt, hat die Konsequenz daraus gezogen und legt den Weg nach Donauwörth mit dem Auto zurück, um die Fernverbindungen am Morgen wie am Abend erreichen zu können. Winter hatte bereits beim traditionellen Fischessen in aller Öffentlichkeit und in Anwesenheit der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner die schlechte Situation dargelegt, nicht wissend, dass die Ministerin zwischenzeitlich für den Bereich Schiene zuständig ist. Georg Winter hatte  sowohl in den Jahren 2016 und 2017 mehrere Termine mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und dem bisher zuständigen Staatssekretär Gerhard Eck absolviert, um zusätzliche Zugfahrten zu erreichen. Die Vertröstungen, allein durch Fahrplananpassungen die Probleme zu lösen, wurden mit dem seit Dezember 2017 gültigen Reiseplan ins Gegenteil verkehrt. Ursachen für die Einschränkungen sind die neuen Abfahrts- und Ankunftszeiten der Fernzüge in Donauwörth. Insgesamt sind diese zwar mehr geworden, jedoch fehlt hier die Abstimmung mit der Donautalbahn in der Regie von agilis. So ergibt sich am Bahnhof Donauwörth für den späten Nachmittag und Abend folgende Situation:

 

Auskunft der Fernzüge aus den Zentren München und Augsburg (Spalte 2)

Abfahrt Donauwörth (Spalte 1 und 3)                                   Wartezeit

16:01 Uhr               (16:06 Uhr)                     17:02 Uhr                 56 Min.

17:02 Uhr               (17:02 Uhr)                     18:01 Uhr                 59 Min.

18:01 Uhr               (18:02 Uhr)                     19:01 Uhr                 59 Min.

19:01 Uhr               (19:49 Uhr)                     20:16 Uhr                 27 Min.                                       

 

Hinzu kommt, dass der ICE, Abfahrt 17.44 Uhr aus München – Augsburg Richtung Donauwörth, gestrichen wurde. Durch den Wegfall des ICE entsteht eine Lücke, die das Problem der mangelnden Abstimmung weiter verschärft.

Ein weiterer Grund für die nachteiligen Veränderungen ist, so das Innenministerium in seinem Antwortschreiben an den Stimmkreisabgeordneten Georg Winter, dass die von der Politik geforderten Verbesserungen Richtung Nördlingen zu Anschlussverschlechterungen nach Dillingen geführt haben. Ärgerlich sei, so die betroffenen Pendler, dass die Umsteige- und Wartezeiten am Morgen in der entscheidenden Zeitlage zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr jeweils 31 Minuten betragen. Am Abend sind die Umsteigezeiten bei den guten IC/ICE-Verbindungen von München nach Augsburg über Günzburg so knapp, dass die Anschlüsse häufig verpasst werden. Besonders bedauerlich für die Pendler, die die Regionalzüge in Anspruch nehmen und auf die Unterwegshalte angewiesen sind, sei, dass in Günzburg die agilis in der Regel in der 40. Minute ankommt und die Regionalzüge stets in der 42. Minute abfahren. Selbst bei pünktlicher Ankunft ergibt sich damit keine Anschlussmöglichkeit, nachdem die Zugbegegnung nicht am gleichen Bahnsteig stattfindet. An den Wochenenden ist das Angebot ohnehin ausgedünnt, die Eilzüge legen nur  Halte in Dillingen und Lauingen ein, alle anderen fünf Bahnhöfe zwischen Günzburg und Donauwörth werden nicht bedient. Besonders groß ist die Lücke am Wochenende abends, wo zwischen 20.04 Uhr und 22.44 Uhr kein Zug von Günzburg nach Donauwörth fährt. Ein weiteres Beispiel, das eine Mitbürgerin vorbringt, ist der Regionalzug, der am Morgen  um 6.28 Uhr in Donauwörth abfährt, wobei die agilis erst eine Minute später – um 6.29  Uhr -  aus Dillingen ankommt.

Wie Abgeordneter Georg Winter berichtet, hat er in den letzten Wochen intensive Bemühungen unternommen, um allen zuständigen Stellen im Ministerium, bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und auch bei agilis Regensburg die schwierige Lage bewusst zu machen. Einen ersten Erfolg sieht der Abgeordnete darin, dass er einen gemeinsam verfassten Antrag mit dem Verkehrsexperten Eberhard Rotter und den Stimmkreisnachbarn Alfred Sauter, Günzburg und Wolfgang Fackler, Donauwörth, im Landtag einbringen konnte, der die geschilderten Schwachpunkte benennt und Lösungsvorschläge aufzeigt; zum Beispiel am Morgen durch den Einsatz eines zusätzlichen Zuges, um die Fernanschlüsse in Günzburg 6.27 Uhr und 8.11 Uhr sowie um 7.11 Uhr in Donauwörth besser zu erreichen. Damit wäre auch die Möglichkeit gegeben, die Regionalverbindung am Morgen, die, wie geschildert, in Donauwörth knapp verfehlt wird, anzupassen. Auch bei den Wartezeiten am Abend werden im Antrag Verbesserungen angemahnt, ähnliches gilt für die Umsteigesituation in Günzburg. Des Weiteren sollen durch einen zusätzlichen Zug am Wochenende die große Lücke von 2 Stunden 40 Minuten reduziert werden und die Eilzüge mehr Bahnhöfe bedienen. Bei der Antragsformulierung wurden von der Fachseite weitgehende Reduzierungen gefordert. Stimmkreisabgeordnetem Georg Winter ist es jedoch gelungen, seinen umfassenderen Verbesserungsvorschlag zum offiziellen Landtagsantrag, Drucksache 17/21473 zu machen.

 

Fahrplanverbesserung