Instandsetzung des jüdischen Badhauses in Buttenwiesen

Derzeit läuft die Instandsetzung des jüdischen Tauchbades am Schulplatz in Buttenwiesen. Über den aktuellen Stand der Arbeiten informierte sich kürzlich Stimmkreisabgeordneter Georg Winter vor Ort.

Bürgermeister Hans Kaltner erläuterte beim Ortstermin die historische Bausubstanz: Die „Mikwe“ diente bis 1938 der jüdischen Bevölkerung als Badehaus für rituelle Reinigungen und ist das in Deutschland am besten erhaltene Tauchbad. 1860 erbaut, gilt es als herausragendes Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Denn selten sind Tauchbecken und Wassersammelbecken im Originalzustand erhalten und geben so Aufschluss über jüdische Bräuche und Religion. Was in Buttenwiesen einzigartig ist, ist das noch bestehende Ensemble aus Synagoge, Tauchbad und jüdischem Friedhof, so Bürgermeister Kaltner. Abgeordneter Winter lobte das zukunftsweisende Konzept, das zum einen das jüdische Erbe Buttenwiesens bewahrt, zudem gewinnt das gesamte Areal um Schul- und Marktplatz dadurch. Die gelungene Sanierung der Synagoge in Fellheim biete eine gute Grundlage für die Planung und Entwicklung in Buttenwiesen, waren sich Kaltner und Winter einig.

Im Rahmen der derzeit laufenden Sanierung wird das Gebäude so hergerichtet, dass es anschließend museal genutzt werden kann: Besucher sollen von außen durch die Fenster in den Baderaum schauen können. Insgesamt sind dafür finanzielle Mittel in Höhe von rund 319.000 Euro erforderlich. MdL Georg Winter sicherte zu, die Maßnahme bei der Bayerischen Landesstiftung zu unterstützen. Als denkmalgeschütztes Objekt von überregionaler Bedeutung erfüllt sie alle Voraussetzungen für eine Förderung. Über den vorliegenden Antrag entscheidet der Stiftungsrat Anfang Juli.