Barrierefreiheit für das Schlossumfeld in Höchstädt

Für die barrierefreie Modellkommune Höchstädt waren und sind barrierefreie Parkmöglichkeiten im Zentrum und barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Einrichtungen und Gebäuden des täglichen Bedarfs große Herausforderungen. Diese Vorgabe wird nun mit der staatlichen Baumaßnahme Bewertungsstelle Höchstädt in vorbildlicher Weise umgesetzt, so Stimmkreisabgeordneter Georg Winter.

Sein Dank gilt an dieser Stelle den dafür verantwortlichen Mitarbeitern am Staatlichen Bauamt Krumbach, die sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt haben, wie das mehrfache Anliegen, kurze Wegeverbindungen zwischen den öffentlichen Einrichtungen und zugleich rollstuhlgerechte Zugänge zu schaffen, erreicht werden kann.

Das Staatliche Bauamt hat dazu dankenswerterweise die beiliegende Skizze für den Bereich des ehemaligen Krankenhausareals und das Schloss Höchstädt zur Verfügung gestellt, die Grundlage ihrer eigenen Prüfung war. Die durchgängigen grünen Wege zeigen die rollstuhlgerechten Verbindungen auf und halten die Vorgabe ein, dass die Steigung unter 6% sein muss. Gelb markiert sind die Verkehrsflächen, die über 6% liegen. Rot markiert sind Barrieren, z.B. Treppen. Beides lässt einen rollstuhlgerechten Zugang nicht zu.

Der aktuelle Auftrag, den das Staatliche Bauamt Krumbach vollzieht, beinhaltet die gesamten Außenanlagen für die Bewertungsstelle mit den zahlreichen Stellplätzen, die Wegeverbindung zwischen öffentlichen Gebäuden und die Gestaltung des ehemaligen Weinbergs einschließlich des Verbindungsstegs. Die Genehmigung aus München war mit der Maßgabe verbunden, dass der schon vor einigen Jahren vorgegebene Kostenrahmen trotz des zwischenzeitlich konjunkturell starken Preisanstieges, eingehalten werden muss. Ein weiteres Ziel, so Abgeordneter Georg Winter, war, dass es künftig zwischen den öffentlichen Gebäuden in diesem Bereich durchgängige, kurzläufige Verbindungen gibt. Das war nur möglich geworden, weil die Stadt Höchstädt mit einem Grundstückstausch dafür die Basis geschaffen hat. Die Maßnahmen wurden mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Die Forderung des Denkmalschutzes nach Ablesbarkeit des Stadtmauerverlaufs wurde berücksichtigt.

Wie vom Modellprojekt gewünscht, können

  1. die Parkplätze von den Schlossbesuchern für Veranstaltungen am Abend und während der Wochenenden durch die neue kurzläufige Verbindung über den Steg erreicht werden.
  2. das Landkreisinternat mit 24 Übernachtungsplätzen erhält ebenfalls eine günstige Wegeverbindung zu den Seminarräumen im Südtrakt des Schlosses.
  3. alle öffentlichen Einrichtungen – das Schloss, die Bewertungsstelle, das Landkreisinternat und das Schlossinformationsgebäude – sind damit von der Ortsmitte einschließlich der dort befindlichen Bushaltestellen frei erreichbar.

Der Vorschlag, nur das Schloss mit einem eigenen Weg durch den Schlossgarten barrierefrei zu erschließen, hätte folgende Nachteile:

  • Mit dem Bau eines Rundweges würde ein erheblicher Eingriff in das grüne Ambiente des Schlossgartens notwendig.
  • Die Kosten dafür wären ebenfalls beachtlich.
  • Es gäbe keine Verbindung zwischen Schloss und dem neuen großen Parkplatz.
  • Ebenso wäre keine günstige Wegeverbindung zwischen Landkreisinternat zu den Seminarräumen möglich.
  • Die Chance, die staatlichen Gebäude und Flächen zu einem geschlossenen und ansprechenden Ensemble zusammenzubringen, würde damit verhindert.