Kooperation im Holzwinkel - ILEK soll Entwicklungsaktivitäten koordinieren

Die Bürgermeister der sechs Holzwinkelgemeinden arbeiten in Zukunft zusammen. Im Bild (von links):  Anton Gleich, Josef Carteau, Prof. Dr. Klaus Kellner, Erna Stegherr-Haußmann, Michael Müller, Landtagsabgeordneter Georg Winter, Peter Bergmeir, Bernhard Walter und der Präsident des Amtes für Ländliche  Entwicklung, Johann Huber.

„Wir wollen noch in diesem Jahr erste Ergebnisse liefern“, sagte Professor Dr. Klaus Kellner bei der Vertragsunterzeichnung über die Arbeitsgemeinschaft „Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Holzwinkel-Altenmünster“. Der Markt Welden sowie die Gemeinden Adelsried, Altenmünster, Emersacker, Bonstetten und Heretsried wollen künftig enger miteinander kooperieren. „Die Zusammenarbeit soll einen Entwicklungsschub auslösen“, betonte Präsident Johann Huber vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben.  Stimmkreisabgeordneter Georg Winter freut sich, dass die Holzwinkel-Gemeinden neben der Schule in einem weiteren Bereich zusammengefunden haben. Der ländliche Raum habe nur eine Chance, wenn er sich solidarisiert und noch stärker miteinander kooperiert, so Winter.
Die Bedeutung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes für den ländlichen Raum unterstrich Landtagsabgeordneter Georg Winter bei der Vertragsunterzeichnung. Winter erkundigte sich „vor Ort“ über die Planungen im Holzwinkel und Altenmünster. „Ich werde auch künftig dafür eintreten, dass der ländliche Raum bei der Mittelverteilung gut vertreten ist“, sagte der Vorsitzende des Haushaltschusses im Bayerischen Landtag Georg Winter. Die Erstellung des ILEK im Holzwinkel wird zu 75 Prozent vom Freistaat Bayern über das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben gefördert. Abgeordneter Georg Winter konnte bereits auf positive Erfahrungen mit dem ILEK-Konzept im Bachtal, Kreis Dillingen verweisen.
Das Konzept wird von der Kellner & Co. GmbH aus Günzburg, einem Büro für profilorientierte Entwicklungen, erstellt. Dr. Klaus Kellner ist Professor für profilorientiertes Marketingmanagement an der Hochschule Augsburg. Er führt mit seinem Team die notwendigen gemeindeübergreifenden Untersuchungen durch, recherchiert Ideen, Meinungen, Wünsche und Zielvorstellungen. „Wir befragen in einem ersten Schritt Schlüsselpersonen aus der Region“, erklärte Kellner die Vorgehensweise. Wer die Meinungsbildner sind, erfolge in enger Absprache mit den Gemeinden. Die Ergebnisse werden dann gemeinsam mit Gemeindevertretern und Bürgern in verschiedenen Veranstaltungen diskutiert und weiter detailliert. Das Büro arbeitet mit dem von Professor Kellner entwickelten Ansatz „kommunale Profilierung“. „Dieser Ansatz passt genau zu den Zielen von ILEK, nämlich umfassend, integrierend, langfristig, leitbildbezogen und querschnittsorientiert zu arbeiten“, betonte Kellner. So werden Profile für den Gesamtraum, die einzelnen Gemeinden sowie für übergreifende strategische Handlungsfelder wie zum Beispiel Infrastruktur, Flächenbereitstellung, Freizeit oder Landwirtschaft erarbeitet. Hieran orientiert lassen sich viele Einzelmaßnahmen effizient und kostensparend planen und schließlich umsetzen.
„Das Erstellen des Konzeptes hat hohe Priorität und muss Chefsache sein“, betonte Präsident Johann Huber. Es gehe um die zentrale Frage, welchen Weg in die Zukunft die Gemeinden wählen. Für Huber ist klar, dass sich viele Projekte im ländlichen Raum nur verwirklichen lassen, wenn mehrere Partner beteiligt sind und solche Zusammenschlüsse glaubwürdig sind. „Er zitierte dabei den Genossenschaftspionier Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“.